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 Medizin aus dem Netz: Ärzte diskutieren Online-Diagnose

Um dem Ärztemangel in ländlichen Gebieten entgegenzuwirken ist die Ferndiagnose per E-Mail oder Videokonferenz im Gespräch. Die Fernbehandlung ist in manchen Ländern legal, in Deutschland hingegen herrscht aktuell noch das Fernbehandlungsverbot.

Kontroverse Diskussion
Das Thema "Online-Diagnose" ist bei Krankenkassen und Ärzten sehr umstritten, die Aufhebung des Fernbehandlungsverbots wird sehr kritisch gesehen. "Jeder Patient ist anders", sagt der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Roland Stahl. Der Vorsitzende des Telematik-Ausschusses der Bundesärztekammer (BÄK), Franz Bartmann, stimmt Stahl zu. "Da, wo ein Arzt mit seinen fünf Sinnen mit einem Patienten in Kontakt treten muss, ist er durch Telemedizin nicht ersetzbar." Laut Berufsordnung für Ärzte dürfen diese bis jetzt bei uns noch keine Diagnose stellen, ohne den Patienten zu kennen und vorher behandelt zu haben - auch nicht online. Es darf nicht einmal im Notfall ein weniger qualifizierter Arzt einen Facharzt online um Unterstützung bitten, was durchaus zum Nachteil des Patienten sein kann. Andere Länder handhaben solche Fälle liberaler.

Die technischen Möglichkeiten sind bereits vorhanden
Das Netz müsste allerdings deutlich schneller werden - auf dem Land ist vielerorts das immer noch recht langsame Internet ein erhebliches Handicap. Oft erreicht es nicht einmal die Mindestgeschwindigkeit. Mit den bereits gegebenen technischen Voraussetzungen wäre es heute schon möglich, dass der Arzt per Videokonferenz Diagnosen stellt. Damit das rechtlich abgesichert ist, muss erst eine langwierige Studie den Nutzen telemedizinischer Anwendungen klar definieren. Eine Untersuchung zur Telemedizin hat gerade in Berlin begonnen, Ergebnisse sind erst 2016 zu erwarten. Momentan ist völlig unklar, wann die digitalisierte Medizin in dieser Form dem Patienten zur Verfügung steht.



Internet als Ersatz für den Arztbesuch?
Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um an medizinische Informationen zu gelangen. Die Zahl der gut informierten und eigenverantwortlich handelnden Patienten steigt. Leichtere Erkrankungen werden oft selbst behandelt. Das kostet weniger Zeit als ein Arztbesuch und Medikamente gegen Bagatell-Erkrankungen sind sowieso rezeptfrei und selbst zu bezahlen. Es gibt bereits Zukunftsprognosen, nach denen die Gesundheits-Versorgung immer stärker über den Computer stattfindet - eine Notwendigkeit für unser Gesundheitssystem, damit dieses überhaupt noch finanzierbar bleibt.
Die Digitalisierung der Medizin - Live-Chat mit Ferndiagnose - ist möglicherweise bald eine Notwendigkeit, da bereits jetzt in vielen ländlichen Gebieten spürbarer Ärztemangel herrscht. Telemedizin könnte das Problem des Ärztemangels lösen helfen. » Weitere umfangreiche Infos und Diskussionen hierzu sind auf ndr.de nachzulesen.

Online-Diagnose in vielen Ländern bereits legal
In der Schweiz sind Ferndiagnosen gängig und legal. Dort beraten Ärzte telefonisch und stellen teilweise auch Rezepte aus. Tausende von deutschen Patienten nutzen bereits das umstrittene Internet-Portal Dr.Ed (eine britische Online-Praxis) zur medizinischen Beratung. Seit Oktober 2013 ist die EU-Richtlinie zur Patientenmobilität in Kraft. Sie besagt, dass Versicherte sich in jedem EU-Land behandeln lassen können und die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür in der gleichen Höhe wie im eigenen Land. Die Richtlinie schreibt darüber hinaus fest, dass der am Standort des Arztes geltende Rechtsrahmen auch bei einer telemedizinischen Behandlung im Ausland anzuwenden ist.

Foto: #48552321 ©sudok1 - Fotolia.com

 

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